Ein ganz besonderes Highlight ist das Landeswaldgesetz. Wir Baden-Württemberger haben es geschafft, eine Fahrradfahrer Wegebreitenregelung im Gesetz zu verankern, die schon fast 20 Jahre besteht und aktuelle Entwicklungen im Radsport und der Gesellschaft ignoriert. Wir sollen im Wald mit unseren einspurigen Fahrzeugen ausschließlich auf zweispurigen Wegen fahren. Das Gesetz hat sich auch voll bewährt. Viele kennen es nicht und alle anderen interessiert es nicht. Es ist nicht kontrollierbar, auf keiner Karte ist die Wegebreite absehbar und selbst in der Praxis vielfach nicht abschätzbar. Trotzdem beharren die politischen Vertreter auf diesem Gesetz. Schließlich haben sie ja eine Ausnahmemöglichkeit geschaffen. Dass davon kein Gebrauch gemacht wurde, interessierte sie natürlich nicht. Aber jetzt soll sich alles ändern!
Verantwortliche von Forst, Naturparken, Schwarzwaldverein und Tourismus haben im Schwarzwald zwei Jahre lang über diesen Konflikt diskutiert. Herausgekommen ist 2013 das Konsenspapier "Wald-Strategie", das (mit dem Segen des Stuttgarter Ministeriums) das Ziel hat, rund zehn Prozent des MTB-Wegenetzes in Singletrails umzuwandeln, beziehungsweise eine Doppelnutzung für Wanderer und Radler zuzulassen. Diese Strategie ist zwar bei uns auch angekommen, bloß hat niemand mit dem Einlenken der Betroffenen gerechnet, die anfangs gar nicht mit einbezogen waren und jetzt auch von einer 10 Prozent Regel nichts halten. Die Petition gegen die 2mRegel war nur der Anfang, der Widerstand geht weiter.

 

Derzeit ist es für die Liebhaber schmaler Wege besser, um Baden-Württemberg ein Bogen zu machen, um andernorts dem Hobby nachzugehen.

Bis die Ausnahmeregelung umgesetzt wird, werden noch Jahre ins Land gehen und etliche Kosten entstehen.
Der schnellere und billigere Weg wäre, unserer Meinung nach, das Gesetz zu streichen und gemeinsam zu überlegen, wie man Konfliktherde entschärfen kann und wo Lenkungsmaßnahmen notwendig sind. Dafür wollen und werden wir uns einsetzen.