s´Ländle und die Mountainbiker

 

 Unser Land hat 20 Jahre Bikeentwicklung verschlafen. Für Sportstätten, Stadien, etc. ist genügend Geld vorhanden, für die neuen attraktiven Sportarten ist keines da.

 

Im Kreis Göppingen gibt es eine! genehmigte Downhill Strecke von den Bonefackers in Bad Boll. Diese zu genehmigen hat insgesamt ca. 11 Jahre gebraucht. Der erste Versuch wurde direkt vom Landratsamt abgelehnt. Nach dem 2. Anlauf hat es noch einmal 1,5 Jahre gedauert. Die Naturschutzbehörde wollte ein Gutachten, dass keine geschützen Orchideen zerstört werden. Kosten dafür ca. 300€. Außerdem wurde eine Natura 2000 Vorprüfung notwendig, um zu prüfen, ob keine gefährdeten Vogelarten gestört werden (Kosten 26oo€). Die Genehmigung hat 260€ gekostet. Als Ausgleichsmaßnahme muss der Verein jährlich an wechselnden Flächen den japanischen Staudenknöterich entfernen. Weiter muss der Verein ca. 500 € für eine Versicherung zahlen und er muss dafür sorgen, dass die Strecke alle 2 Wochen kontrolliert und das auch protokolliert wird.

 

Sonst gibt es nichts Attraktives. Von daher ist es kein Wunder, wenn Jugendliche plötzlich im Wald buddeln und sich kleine Strecken bauen oder wenn Downhiller irgendeinen Weg runterbrettern.

 

Der ehemalige Stuttgarter OB Wolfgang Schuster hatte den Radlern 2006 schon versprochen: „Wir werden eine Strecke bauen". 2011 hat der Gemeinderat in Stuttgart eine Downhill-Strecke genehmigt. Der Bau hat sich aber immer wieder verzögert. Auch im Jahr 2015 wurde das 175000€ teure Projekt bis jetzt nicht begonnen. Jetzt wurden dort schützenswerte Spechte entdeckt und der Baubeginn muss ruhen, bis die Jungvögel geschlüpft sind.

 

In Esslingen wurde eine illegale Strecke erst platt gemacht, dann wurde verhandelt, ein Verein einbezogen und jetzt soll etwas Neues entstehen. Wie lange das wohl dauert? Es ist bewundernswert, wenn sich Vereine bei einem derart hohen Aufwand einer solchen Sache annehmen.

 

 

 

Erstaunlich ist, dass wir in BW einige Weltmeister, Olympiasieger etc. (Marcus Klausmann, Sabine Spitz, Manuel und Lado Fumic, Moritz Milatz) hervorbringen, obwohl wir doch sehr eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten haben und die Trainer und Übungsleiter ständig mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

 

 

 

Trainingsmöglichkeiten, wo uns erlaubt wird, Wege unter 2m Breite zu befahren, werden uns nicht bereit gestellt. Das hat uns für den Landkreis Göppingen der Forstamtsleiter, der selber Mountainbike fährt (man erinnere sich an die Möglichkeit einer Ausnahmeregelung im Landeswaldgesetz) in einem Mail mitgeteilt. So wird im Training oft das LWGesetz gebrochen und das verstehen die Jugendlichen überhaupt nicht. Es macht sich auch kein Politiker mal die Mühe und erklärt die 2m Regel den Kindern und Jugendlichen. Sie sollten einmal in die Schulen gehen oder bei den Vereinen zum Training erscheinen und das Gesetz erklären. Ich denke, dass sie hier nur auf Unverständnis, seitens der Kinder und Jugendlichen, stoßen werden.

 

 

 

Der Kreis Göppingen will jetzt auch die Mountainbiker ansprechen und plant auf Basis der 2mRegel die 10 Prozent Wege auszuzeichen, die der Tourismus im Schwarzwald fordert. Es wird erwartet, dass sich Mountainbikegruppen an der Planung, bei der Ausschilderung und bei der Wegepflege engagieren. Ein Mehrwert für den einheimischen Biker ist dabei nicht zu erkennen und warum sollen wir für den Tourismus Stecken ausarbeiten? Wer profitiert davon? Der einheimische Biker nicht, ganz im Gegenteil, soll er doch auf 10 Prozent zurückgedrängt werden. Das wollen wir nicht, da bleiben wir lieber bei der alten Regelung.

 

Wir sind weiterhin für eine Streichung der 2m Regel und befürworten Wege gemeinsam zu nutzen. Verhandelbar sind Lenkungsmaßnahmen, neue Strecken bzw. Streckenänderungen und evtl. zeitliche Beschränkungen. Wir sind für eine kostengünstige und schnelle Lösung, die zeitnah umgesetzt werden kann.

 

Was der Landkreis plant, ist teurer, beansprucht viel Zeit von Ehrenamtlichen und Fachkräften und die Planung und Durchführung wird ca. 3 bis 5 Jahre benötigen.