Die 2m-Regel in Baden Württenberg


 

Auszug aus dem Landeswaldgesetz-LWaldG §37 

(1) Jeder darf Wald zum Zwecke der Erholung betreten. Das Betreten des Waldes erfolgt auf eigene Gefahr. Neue Sorgfalts- oder Verkehrssicherungspflichten der betroffenen Waldbesitzer oder sonstiger Berechtigter werden dadurch, vorbehaltlich anderer Rechtsvorschriften, nicht begründet. Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, daß die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie die Erholung anderer nicht beeinträchtigt wird.

 

3) Das Fahren mit Krankenfahrstühlen ist gestattet. Das Radfahren und das Reiten im Wald sind nur auf Straßen und Wegen gestattet. Auf Fußgänger ist Rücksicht zu nehmen. Nicht gestattet sind das Reiten auf gekennzeichneten Wanderwegen unter 3m Breite und auf Fußwegen, das Radfahren auf Wegen unter 2m Breite sowie das Reiten und Radfahren auf Sport- und Lehrpfaden; die Forstbehörde kann Ausnahmen zulassen. In Verdichtungsräumen, in Naturschutzgebieten, in Waldschutzgebieten und im Erholungswald ist das Reiten im Wald nur auf den dafür ausgewiesenen Waldwegen gestattet.

 


Für ein gleichberechtigtes Miteinander von Wanderern und Radfahrern.

 

Als einziges Bundesland verbietet Baden-Württemberg Radfahrern und Mountainbikern das Befahren von Waldwegen unter 2 Meter Breite. Trotz durchweg positiver Erfahrungen aus den anderen Bundesländern beharrt die Regierung in BW seit 18 Jahren auf dieser unsinnigen Diskriminierung.

Das wollen wir nicht länger akzeptieren!

 

Wir fordern ein zeitgemäßes und bürgerfreundliches Betretungsrecht in Baden-Württemberg auf der Basis von gegenseitiger Anerkennung, Toleranz und Rücksichtnahme.

Die 2-Meter-Regel löst keine Probleme, sondern schafft viele neue.

  • Bürger werden in ihrer Freizeit pauschal kriminalisiert und müssen mit Anzeigen und Verwarnungen rechnen.
  • Diese ungleiche Behandlung der Waldnutzer führt zu einem Gegeneinander statt zu einem Miteinander im Wald.
  • Der Radsport gerät in eine rechtliche Grauzone, sobald schmale Wege befahren werden.
  • Für Übungsleiter und Trainer, für Bike-Führer und Guides und selbst bei Ausfahrten im Freundeskreis entstehen unklare Haftungs- und Kostenrisiken (z.B. bei Unfällen und Rettungseinsätzen).
  • Bei Radsportveranstaltungen ist die Genehmigung der Wegeführungen stark erschwert.
  • Der Radtourismus wird behindert: Attraktive Wegenetze werden durch Verweis auf 2-Meter-Regel und angebliche Haftungsproblematik verhindert. Der Schwarzwald liegt weit hinter vergleichbaren Bikeregionen in Deutschland zurück.
  • Das Image von Baden-Württemberg als radfreundliche Region leidet.
  • Die Regelung ist verfassungsrechtlich fragwürdig.

 


Die 2-Meter-Regel gibt es nur in Baden-Württemberg.

Bayern, Hessen und die anderen Bundesländer machen gute Erfahrungen ohne landesweite Wegbreitenregelungen und pauschale Radfahrverbote. Thüringen  hat eine vergleichbare Regelung bereits vor über 10 Jahren wieder abgeschafft. Auch die heutigen Regierungsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD haben die 2-Meter-Regel früher stark kritisiert. Seit dem Regierungswechsel ist allerdings nichts geschehen, um das durch die 2-Meter-Regel geschaffene Unrecht zu beseitigen. Im Gegenteil: Der grüne Landwirtschaftsminister Alexander Bonde ist umgeknickt und hat sich die Argumente seiner Vorgänger zu eigen gemacht. Obwohl diese allesamt widerlegt sind, beharrt er weiter auf der 2-Meter-Regel. Dazu ein Zitat des Abgeordneten Buchter (Grüne) aus dem Jahre 1995 zur Einführung der 2-Meter-Regel: "Ich sage darauf nur: Da wurde wieder einmal Klientelpflege betrieben." Das scheint auch nach über 18 Jahren immer noch der Fall zu sein.

 

Eine Petition wird von dem gemeinschaftlichen Willen
der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB),
des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC),
des Badischen Radsportverbandes (BRV)
und des Württembergischen Radsportverbandes (WRSV)
und vielen weiteren Unterstützern getragen wird wurde abgelehnt.

 

Wir wollen uns nun nicht mehr länger damit abfinden, als Radfahrer und Mountainbiker pauschal diskreditiert und diskriminiert zu werden.

Mit der  Initiative "Open Trails Hessen" hat die DIMB bereits erfolgreich für ein modernes und bürgerfreundliches Betretungsrecht gekämpft. Die DIMB hat hier gezeigt, dass Wegbreitenregelungen und pauschale Verbote oder Einschränkungen nicht notwendig sind, wenn man auf gegenseitige Akzeptanz und Rücksichtnahme setzt.

 

Auch in Baden-Württemberg können wir das erreichen: Wir fordern als Bürger und Wähler die ersatzlose Abschaffung der 2-Meter-Regel!

 


Wer die Unschuld der MTBer/innen wissenschaftlich fundiert nachlesen möchte kann dies hier tun:

Dr.Thomas Wöhrstein

Mountainbike und Umwelt. Ökologische Auswirkungen und Nutzungskonflikte 
Dissertation am Umweltforschungsinstitut der Universität des Saarlandes, Saarbrücken 1998, Verlag Pirrot 

 

Fragen und Antworten:

 

Hier stehen die FAQ, die häufigsten Fragen rund um die 2-Meter-Regel

Medienberichte:

Presseartikel, Fernseh- und Onlinebeiträge

 

Dokumentation:

DIMB Pressemitteilungen, Studien, Gesetze, Stellungnahmen, Infos, Flyer und Plakate uvm.

 

 

https://www.facebook.com/DIMB.OpenTrails